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ESG-Reporting für KMU in der Schweiz: Die Checkliste für den einfachen Start mit dem VSME Basis

Wie Sie Ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht erstellen – praxisnah, ohne Excel-Chaos und basierend auf dem VSME-Standard.

Viele Schweizer Unternehmen spüren den Druck: Nicht weil Brüssel plötzlich in der Schweiz regiert, sondern weil der Markt Fakten schafft. Deutsche Grosskunden, internationale Lieferketten und zunehmend auch Schweizer Banken fragen nach einem Nachhaltigkeitsbericht für KMU. Oft in Formaten, die für Konzerne gemacht sind.

Hier bietet das ESG-Reporting nach VSME-Standard eine Chance. Er ist der kleinste gemeinsame Nenner, den die europäische Wirtschaft akzeptiert. Für Schweizer Unternehmen ist er vor allem eines: Ein „Reiseadapter“ für den Datenverkehr.Das Beste daran: Der Standard wurde speziell für KMU entwickelt und folgt dem Prinzip „Mut zur Lücke“ (If applicable).

Das wichtigste Prinzip: „If applicable“

Bevor Sie Daten sammeln, eine gute Nachricht: Der VSME verlangt Flexibilität, nicht Perfektion. Das „If applicable“-Prinzip bedeutet, dass Sie eine Information nur angeben müssen, wenn sie auf Ihr Unternehmen zutrifft.

  • Keine Produktion mit hohem Wasserverbrauch? Dann entfällt das Wasser-Modul.
  • Weniger als 50 Mitarbeitende? Viele soziale Kennzahlen fallen weg.

Mit dieser pragmatischen Haltung gehen wir an die Checkliste für das Basic Modul.

1. Die Basis: Unternehmensprofil

Das VSME Basic-Modul startet harmlos, verlangt aber Präzision. Dies verhindert, dass Ihr Unternehmen fälschlicherweise mit Grosskonzern-Massstäben gemessen wird.

Bereitzuhalten sind:

  • Strategie-Kurztext: Haben Sie Nachhaltigkeitsziele? (Ein einfaches „Ja/Nein“ reicht oft aus).
  • Mitarbeiterzahlen: Gesamtzahl (Headcount) und Vollzeitäquivalente (FTE).
  • Finanzkennzahlen: Bilanzsumme und Nettoumsatzerlöse.

2. Umwelt (Environment): Energie & Emissionen

Das Ziel ist die Berechnung der Emissionen (Scope 1 & 2). Keine Sorge: Sie liefern die Verbrauchsdaten, ZEROVia rechnet.

Suchen Sie folgende Rechnungen heraus:

  • Strom: Gesamtverbrauch in kWh.
  • Brennstoffe: Verbrauch von Gas, Öl oder Holz (Heizung/Prozesswärme).
  • Fahrzeugflotte: Treibstoffverbrauch (Diesel/Benzin in Litern).

3. Soziales (Social): Die Belegschaft

Der VSME orientiert sich hier an europäischen Normen, ist aber dank der Schwellenwerte für Schweizer KMU gut machbar.

Diese Datenpunkte werden abgefragt:

  • Geschlechterverteilung: Anzahl Frauen/Männer.
  • Arbeitssicherheit: Anzahl Unfälle (Datenbasis: SUVA-Abrechnung).
  • Löhne: Wird ein angemessener Lohn gezahlt?

4. Governance: Saubere Geschäfte

Im Gegensatz zu Konzernberichten fokussiert sich das Basic-Modul auf einen harten Indikator:

  • Verurteilungen/Bussen: Gab es im Berichtsjahr Verurteilungen wegen Korruption?

Fazit: Daten nutzen, die schon da sind

Die Daten für ein einfaches ESG-Reporting liegen in 90 % der Schweizer KMU vor. Dank des „If applicable“-Prinzips müssen Sie keine leeren Felder fürchten. Wer dies tut, stärkt seine Verhandlungsposition bei Banken massiv.Ausblick: Reicht Ihnen die Basis nicht, weil Grosskunden nach der Lieferkette fragen? Lesen Sie Teil 2: VSME Comprehensive & Lieferkette.